Golznig, Johannes Ankerland

Golznig, Johannes Ankerland

Ankerland

  • Erzählung
  • 112 Seiten
  • Erschienen:
  • Taschenbuch mit Klappen
  • ISBN 978-3-85667-057-3
  • CHF 24.00
  • EUR 20.40

Ankerland ist so angelegt, dass sich anfängliche Abenteuerlust und Fernweh hin zu Standortbewusstsein und geistiger Autonomie entwickeln. Die Prosa von Johannes Golznig folgt der Bewegung vom Meer hin zum Land. Sie greift die Metapher der Kette auf, die das Schiff mit dem land durch den Anker verbindet. Jedes Glied der Kette ist in sich geschlossen. Sie existiert jedoch nur durch die Tatsache der ununterbrochenen Reihung ihrer Glieder. Die phonetische Nähe zwischen den Begriffen Ankerland und Ackerland ist kein Zufall, sondern literarische Absicht. Die Konzeption des Prosabandes ist so angelegt, dass sich anfängliche Abenteuerlust und Fernweh hin zu Standortbewusstsein und geistiger Autonomie entwickeln.

Johannes Golznig belegt, was literarisches Schaffen in seinem Kern ausmacht: Das sprachliche Gestalten von persönlichen Erlebnissen so auf eine Ebene zu führen, dass sich das Private zunehmend aufhebt, um sich zum Sinnbild von Zeitereignissen zu wandeln. Persönliches löst sich auf in literarisches Können, das Weltanschauliches, Erleb- tes, Erfahrenes, Gefühltes und Erahntes in seiner Vielfalt gegenseitig durchdringt und sich allmählich zu einem stabilen Sediment der literarischen Form verdichtet. Das vermeintlich Böse und das sogenannt Gute werden mit feiner Ironie demaskiert und vom Grotesken subtil freigelegt. Dieses Vorgehen findet weit ab von einem deregulierten Surrealismus statt, sondern folgt dem Bedürfnis, dem Wertvollen, dem Unbeachteten und dem Banalen jene Bedeutung zuzuordnen, die literarischem Schaffen Tiefe und Sinn verleiht.

Die beiden viel beachteten Lyrikpublikationen Am Ufer des Tages und Wellen der Zeit bilden zusammen mit Ankerland ein literarisches Triptychon, dessen Lasuren und Schichten die Gerbsäure seines Untergrundes unerbittlich durchätzt, damit jener alte Bauernspruch aus der Jugendzeit des Autors „Die Leute sagen immer, die Zeiten werden schlimmer. — Die Zeiten bleiben immer, nur die Leute werden schlimmer ...” mit archetypischer Kraft durch den Firnis aktueller Thematik und gegenwärtiger Befindlichkeit hervordringen kann, um zu seiner literarischen Wahrheit zu finden ...

Vorwort: Al'Leu